Die Geschichte des Vereins

Anfang des Vereins bis zum 2. Weltkrieg

Am 21. September währenden der Kirchweihzeit, entstand die Idee einen Schützenverein in Kriftel zu gründen. Die Krifteler Heinrich Klöpping, Willi Hauck, Otto Bohnert, Heinrich May, Karl Frank, Josef Hoss, Otto Walter und Hans Salzmann konnten damals nicht ahnen welchen Stellenwert der Verein später Mal haben wird.

Am 12. Oktober 1935 fand die eigentliche Gründungsversammlung statt. Diese wurde im Gasthaus zum Hirsch abgehalten. Vor Ort konnten insgesamt 35 Neuanmeldungen verzeichnet werden.

Der neue Vereinsname wurde beschlossen.

„1. Krifteler Kleinkaliber-Schützengemeinschaft 1935“

Vorsitzender     Heinrich May

Sportleiter        Heinrich Klöpping

Kassierer         Otto Bohnert

Schriftführer      Ludwig Poppe

 

Kurze Zeit später muss Heinrich May sein Amt aus beruflichen Gründen niederlegen. Seine Nachfolger wurde Heinrich Klöpping.

Mitgründer Willi Hauck stellte dem Verein einen Teil seiner Sandgrube im Hochfeld für den Bau eines Schützenhauses zur Verfügung. Dieser Teil konnte später käuflich erworben werden und gehört nun zum heutigen Vereinsgelände.

Bereits 1936 konnte das Training auf den eigenen Schießständen aufgenommen werden und auch in diesem Jahr konnte bereits die ersten regionalen Erfolge verzeichnet werden. (Kleinkaliber-Kreismeisterschaften)

23./24. Juni 1938 wurde das in Eigenleistung erbaute Schützenhaus fertig und wurde im Beisein der Kreisvereine offiziell seiner Bestimmung übergeben.

2. Weltkrieg

Der 2. Weltkrieg hat die gute Entwicklung des Vereins schnell beendet. In der Ersten Phase des 2. Weltkrieges musste vom Kleinkaliberschießen immer mehr zum Luftgewehrschießen übergegangen werden. Die Munition wurde immer mehr gekürzt und im Jahres 1944 wurde der Sportbetrieb dann komplett eingestellt.

Gründonnerstag 1945 wurde dann Kriftel durch die Amerikaner besetzt. Insgesamt waren 17 Schützenkameraden in diesem Krieg gefallen. Eine Ehrentafel am Schützenhaus hält diese Sportkameraden in steter Erinnerung.

Der Schießsport war erst mal nicht möglich und wurde auch von den Alliierten verboten.

Das Vereinsgelände auf der Hohlmauer wurde in dieser Zeit fast völlig zerstört.

Wiedergründung im Jahr 1951

In Gesprächen mit den Alliierten gelang es Richard-Karl Frey das Verbot zur Ausübung des Sportschießens zu lockern. Das Schießen mit dem Luftgewehr wurde wieder möglich.

Es wurden von Richard-Karl Frey alle Vorsitzenden und Vertreter aller Schützenvereine zu einer Versammlung eingeladen. Die Versammlung fand am 2. Juni 1951 auf den ehemals bürgerlichen Schießständen in Frankfurt statt. Der Hessische Schützenverband mit dem 1. Präsidenten Richard-Karl Frey wurde gegründet.

Mitinitiator war  bei der Gründung des Hessischen Schützenverbandes war unser 1. Vorsitzender Heinrich Klöpping. Er erhielt den Auftrag, die Wiedergründung der alten Vereine im Main-Taunus ein zu leiten.

In Kriftel wurde dies natürlich sehr schnell eingeleitet und umgesetzt. Am 21. November 1951 erfolgte die Wiedergründung des Vereins Die früheren Mitglieder der Kleinkaliber-Schützengemeinschaft Kriftel waren sich einig, dass der Vereinsname nicht mehr zutreffend ist.

Ein neuer Vereinsame wurde gefunden.

„Schützenverein 1935 Kriftel a. Ts.“

Weiterhin wurde der Wiederaufbau des Vereinshauses und des Schießstandes beschlossen. Der neue Vorstand wurde gewählt.

1. Vorsitzender       Heinrich Klöpping

2. Vorsitzender       Friedel Fischer

Schriftführer           Ernst Finger

Kassierer               Karl Frank

Schießwart            Franz Petri

Der Schießbestrieb mit dem Luftgewehr konnte direkt 1951 wieder aufgenommen werden. Weitere neun Schützenvereine wurden im Main-Taunus-Kreis wiedergegründet.

Im Gegensatz zu heute hatte der Schützenverein bis 1959 keinen überdachten bzw. geschlossenen Schießstand. Die Wettkämpfe wurden im Gasthaus zum Hirsch ausgetragen. Die Anzeiger saßen hinter einer provisorischen Deckung. Die Scheiben befanden sich in einem Halter der Mithilfe eines Stockes vom Anzeiger vor den Kugelfang gehängt wurde. Nach jedem abgegebenen Schuss wurde dem Schützen durch eine Kelle der Schusswert mitgeteilt.

Die Entwicklung ging weiter. Der Verein beteiligte sich an Festumzügen. Auch das Vereinshaus wurde auch wieder für andere Veranstaltungen genutzt.

1954 wurde der Verein beim Amtsgericht Frankfurt am Main-Höchst in das Vereinsregister eingetragen  und trägt seitdem den Namen

„Schützenverein 1935 e.V. Kriftel a. Ts.“.

Gerade sportlich ging es immer mehr aufwärts. 1956 konnten die ersten Kreismeisterschaften gewonnen werden. Im Jahr 1957 konnte der Verein seinen ersten Hessenmeister Rudolf Hess feiern.

 

Neuerungen im Verein Bis 1995

 

Neuer Luftgewehr Schießstand im Gasthaus zum Engel

1958 wurde dem Verein durch die Wirtin vom Gasthaus zum Engel Emmi Hahn das Angebot gemacht, einen Nebenraum ihres Lokals dem Schützenverein zum Schießen zur Verfügung zu stellen.

Eine außerordentliche Versammlung wurde einberufen. Es wurde beschlossen dieses Angebot anzunehmen. Danach erfolgte dann der Umzug vom Gasthaus zum Hirsch in das Gasthaus zum Engel.

Vier Stände mit Kurbelanlage die 1959 um zwei weitere Stände erweitert werden konnten. Der Raum wurde extra umgebaut und Stand den Schützen für Training und Rundenwettkämpfe zur Verfügung.

Der erste geschlossene Stand und die „modernen“  Kurbelanlagen brachten frischen Wind. Die Mitgliederzahl wuchs ständig und auch immer mehr Damen fanden den Weg zum Verein. Im Jahr 1959 nahmen bereits 12 Damen regelmäßig am Übungsschießen teil.

Für die Luftgewehrschützen war normalerweise der Donnerstag gemeinsamer Trainingstag. Aufgrund der Vielzahl an Schützen war dies aber nicht mehr machbar. Es wurde eine Damen-Gruppe gegründet und der Montag wurde für sie neuer Trainingstag. Die Kriftler Damen konnten oft den Meister der Rundenwettkämpfe stellen. In den folgenden Jahren konnten auch viele Kreismeistertitel errungen werden.

 

Pistolenschießen

Anfang der 60er Jahre, wurde das Sportpistolenschießen immer beliebter.

In der Jahreshauptversammlung 1963 wurde auch dieses Thema behandelt. Nachdem die Kostenfrage und auch die Lage des künftigen Pistolenstandes geklärt waren, wurde der Bau beschlossen.

Der Pistolenstand wurde direkt neben dem 50 m KK-Stand errichtet. Eine Wand war somit schon vorhanden. Der Rest wurde durch die vielen Hände recht zügig fertiggestellt. Bereits im November 1964 konnte der neue Pistolenschießstand eingeweiht werden.

Der Stand wurde super angenommen und der Andrang war teilweise so groß, dass es eine „Warteschlange“ für das Training entstand.

1969 hatte der Verein mehr als 200 Mitglieder. Der Platz reichte nicht mehr aus. Die Trainingstage im Gasthaus zum Engel waren völlig überfüllt und auch das Schützenhaus auf der Hohlmauer platzte aus allen Nähten.

Ein Neubau des Schützenhauses war dringend erforderlich. Noch im selben Jahr wurden die Baupläne eingereicht und genehmigt.

13.000 freiwillig geleistete Arbeitsstunden waren Grundlage für dieses Projekt. Auch wenn die Gelder knapp waren hat es zum Schluss alles geklappt. Der Kassierer Karl Frank machte dies möglich. Als es wirklich mal sehr knapp war und ein Baustopp unabwendbar schien, setze er seine privaten Gelder für den Verein ein. Er musste teilweise lange warten bis er alles wieder zurück hatte. Diese „List“ kam erst 1972 bei einen lockeren Abend ans Tageslicht.

1972 wurde dann auch das neue Schützenhaus eingeweiht. Der Luftstand zog aus dem Gasthaus zum Engel aus und konnte nun im eigenen Schützenhaus auf der Hohlmauer einziehen.

Die Bedingungen verbesserten sich schlagartig. Es standen nicht mehr nur noch 6 Luftanlagen zur Verfügung sondern 16 Stände. Weiterhin konnte auch Problemlos zwischen Kleinkaliber und Luft gewechselt werden da ja jetzt alles an einem Ort stattfand.

1973 nahm dann auch die Luftpistole so langsam Einzug im Main-Taunus-Kreis. Walther und Feinwerkbau erschienen auf der Bildfläche. Das Interesse war groß. Im selben Jahr wurden im Schützenkreis schon die ersten Rundenwettkämpfe veranstaltet. Auch Kriftel nahm mit einer Mannschaft daran teil.

Der Erste Rundenwettkampf wird vielen noch in Erinnerung sein. 5 Luftpistolen waren bestellt und zum ersten Rundenwettkampf in Weilbach war erst eine da. Was nun?

Ein Schütze nach dem anderen hat seinen Wettkampf geschossen. Es wurde ein sehr langer Abend.

In den folgenden Jahren wurden die Pistolenschützen immer stärker.  Der erste Titel bei den Kreismeisterschaften holte eine Pistolenmannschaft 1980. Ab 1983 gingen die Titel regelmäßig nach Kriftel. Es konnte auch erfolgreich mehrere Jahre an den Wettkämpfen der Bundesliga teilgenommen werden.

In der Jahreshauptversammlung 1975 übernahm Otto Silberling die Position des 1. Vorsitzenden. Er stellte seine volle Kraft und all sein Können dem Verein zur Verfügung.

Unter seine Führung konnte die Mitgliederzahl verdoppelt werden. Eine schwere Krankheit riss ihn zu früh aus unserer Mitte. Sein Andenken werden wir stets in hohen Ehren halten.

Unter seiner Leitung wurde vieles erreicht... 1978 wurde der alte Pistolenstand abgerissen und neugebaut. Die Anzahl der Stände wurde von 8 auf 10 erhöht.  Die 16 Luftstände wurden mit automatisierten Zuganlagen ausgerüstet.

1981 konnte die Fläche neben den Ständen angemietet werden. Ein großer Bogenschießplatz konnte entstehen. Dies war der erste Bogenstand im Main-Taunus-Kreis auf dem alle Wettbewerbe bis 90 Meter ausgetragen werden konnten.

Das „Baggerloch“ neben dem Schützenhaus wurde zum Feldbogengelände. Die natürliche Beschaffenheit waren ideale Voraussetzungen. 1995 trug der hessische Schützenverband die Landesmeisterschaften hier aus.